Freie Opernproduktion · Karlsruhe 2027
Le Nozzedi Figaro
Vorstellungen
Ein Abend, der
die Ordnung verändert.
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Le nozze di Figaro
Le nozze di Figaro
Le nozze di Figaro
Le nozze di Figaro
Le nozze di Figaro
Le nozze di Figaro
Der reguläre Ticketverkauf startet am 1. Oktober 2026. Kontakt- und Absenderdaten werden vor dem Verkaufsstart ergänzt.
Mozart · Da Ponte · 2027Die Produktion
Mozart.
Ohne elitären Tand.
Wir erzählen Mozarts Meisterwerk als zeitlose Geschichte über Macht, Resilienz, Solidarität und den Mut, ungerechte Strukturen gemeinsam zu verändern.
Das vertraute Verwirrspiel wird zum Spiegel unserer Gegenwart. Im Zentrum stehen zwei Frauen, die sich gegen starre Hierarchien behaupten – musikalisch vollständig in Mozarts Original und szenisch überraschend nah.
Konzept & Ensemble entdeckenStimmen & Figuren
Das Ensemble
Internationale Stimmen, freie Szene und ein gemeinsamer Blick auf einen Klassiker.

Der Graf
Weijia Zhao & Daniel Dongjun Choi
Mozarts Graf gehört zu den komplexesten Männerfiguren des Opernrepertoires. Vordergründig erscheint er als mächtiger Hausherr, doch hinter seinem gesellschaftlichen Status verbirgt sich ein Mensch, dessen Selbstbild zunehmend ins Wanken gerät. Seine Versuche, Kontrolle über seine Umgebung und insbesondere über die Frauen seines Umfeldes auszuüben, entspringen letztlich einer tiefen Unsicherheit und einem ausgeprägten Bedürfnis nach Bestätigung. Gerade diese Ambivalenz macht die Figur so spannend. In unserer Inszenierung wird der Graf als moderner Machtmensch gelesen. Er ist kein aristokratischer Herrscher des 18. Jahrhunderts, sondern ein wohlhabender und politisch einflussreicher Regierungsbeamter der Gegenwart. Seine Macht gründet sich auf soziale Netzwerke, ökonomischen Einfluss und institutionelle Autorität. Er versteht sich selbst als großzügigen Förderer und Wohltäter, erwartet jedoch für jede Gefälligkeit Loyalität und Gegenleistungen. Frauen begegnet er mit einer Mischung aus Herablassung, Besitzanspruch und vermeintlicher Fürsorglichkeit. Je stärker sich Susanna seinen Avancen widersetzt, desto mehr wird sie für ihn zum Objekt seines Begehrens. Seine chauvinistischen Verhaltensmuster und sein Machtmissbrauch bilden einen zentralen Konflikt der Inszenierung. Uns ist dabei wichtig, den Grafen nicht als eindimensionalen Bösewicht zu erzählen. Vielmehr interessiert uns die Mechanik hinter seinem Verhalten: die Selbstverständlichkeit, mit der Macht ausgeübt wird, die Unfähigkeit zur Selbstreflexion und die Angst vor dem Verlust von Kontrolle.
Rollenporträt lesen
Die Gräfin
Xinwei Li
Unsere Inszenierung versteht die Gräfin als eine Frau, die in materieller Sicherheit lebt und zugleich unter emotionaler Vernachlässigung und sozialer Isolation leidet. Ihr Wohlstand vermag ihre innere Einsamkeit nicht zu kompensieren. Die fortwährende Entfremdung von ihrem Ehemann und das Gefühl, in ihrem eigenen Zuhause zunehmend unsichtbar zu werden, haben sie in eine tiefe persönliche Krise geführt. Um der Leere und Einsamkeit ihrer Ehe zu entfliehen, hat sie eine Alkoholabhängigkeit entwickelt, die gleichermaßen Symptom und Bewältigungsstrategie ihrer Situation ist. Der Alkohol spendet ihr kurzfristig Trost und betäubt ihre Verletzungen, verstärkt jedoch zugleich ihre Isolation und ihren Verlust an Selbstvertrauen. Dennoch ist die Gräfin keine gebrochene Figur. Unter der Oberfläche ihrer Resignation existieren weiterhin Intelligenz, Würde und der Wunsch nach Selbstbestimmung. Sie bewegt sich zwischen Rückzug und Aufbruch, zwischen Selbstzweifel und dem Bedürfnis, die Kontrolle über ihr eigenes Leben zurückzugewinnen. Gerade deshalb bildet ihre Verbindung zu Susanna einen zentralen Gegenpol zu den patriarchalen Machtstrukturen des Hauses. Gemeinsam entwickeln die beiden Frauen Strategien, um den Machtmissbrauch des Grafen zu durchbrechen und sich ihre Handlungsfähigkeit zurückzuerobern. Musikalisch eröffnet diese Lesart einen besonders spannenden Zugang zu Mozarts Partitur. Die großen Arien der Gräfin erscheinen nicht allein als Ausdruck romantischer Sehnsucht, sondern als musikalische Zeugnisse einer Frau, die zwischen emotionaler Erschöpfung, Einsamkeit und dem Wunsch nach Veränderung schwankt. Ihre lyrischen Passagen erhalten dadurch eine zusätzliche existenzielle Dimension, die die Figur zugleich verletzlich und bemerkenswert stark erscheinen lässt.
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Susanna
Thaïs Lescoul & Paula Günther
In unserer Inszenierung ist Susanna weit mehr als die klassische gewitzte Dienerin der Opera buffa. Sie wird zur eigentlichen strategischen Kraft des Stückes. Während der Graf seine gesellschaftliche Macht auszuspielen versucht, erkennt Susanna die Mechanismen dieser Macht und entwickelt gemeinsam mit der Gräfin Wege, sich ihnen entgegenzustellen. Damit verkörpert sie jene Form solidarischen Handelns, die bereits Mozart und Da Ponte ihrer Oper eingeschrieben haben. Unsere Produktion verlegt die Handlung in die Gegenwart und untersucht patriarchale Machtstrukturen, soziale Abhängigkeiten und weibliche Selbstbestimmung. Gerade Susanna steht dabei im Zentrum des Geschehens: Sie ist die Figur, die sich weder einschüchtern noch vereinnahmen lässt und die trotz permanenter Grenzüberschreitungen ihre Würde, ihren Humor und ihre Handlungsfähigkeit bewahrt.
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Figaro
Fan Yang
In unserer Inszenierung ist Figaro ein Mann Anfang dreißig, der fest im Leben steht und seine zukünftige Ehe mit Susanna voller Vorfreude erwartet. Als persönlicher Assistent des Grafen befindet er sich jedoch in einem Spannungsfeld aus Loyalität, wirtschaftlicher Abhängigkeit und wachsendem Misstrauen. Er erkennt sehr schnell, dass die Avancen des Grafen gegenüber Susanna eine reale Bedrohung darstellen, und sein aufrichtiger Wunsch ist es, die Frau, die er liebt, vor diesen Übergriffen zu schützen. Besonders wichtig ist uns dabei die Arie „Se vuol ballare“. In unserer Lesart markiert sie den Moment, in dem Figaro beschließt, sich gegen den Machtmissbrauch des Grafen zur Wehr zu setzen. Die Arie wird damit nicht nur zu einer komischen Nummer voller List, sondern zu einem musikalischen Ausdruck von Wut, Verletzung und Widerstandswillen. Figaro will kämpfen – für seine Beziehung, für seine Würde und für seine Zukunft. Gleichzeitig ist er jedoch nicht der große Stratege der Handlung. Während Susanna die sozialen Mechanismen des Hauses durchschaut und letztlich die treibende Kraft hinter dem Plan wird, den Grafen zu überlisten, verzettelt sich Figaro immer wieder in Nebensächlichkeiten. Sein Fokus auf die Einrichtung des gemeinsamen Schlafgemachs wird in unserer Inszenierung beinahe zu einem Sinnbild seiner Persönlichkeit: Er ist ehrlich, loyal und voller guter Absichten, verliert jedoch manchmal den Blick für die größeren Zusammenhänge. Gerade diese Mischung aus Entschlossenheit und liebenswerter Unbedarftheit macht ihn für uns zu einer zutiefst menschlichen Figur.
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Cherubino
Milena Böhm
In unserer Inszenierung ist Cherubino kein aufdringlicher Frauenheld und auch keine Karikatur männlicher Sexualität. Im Gegenteil: Er bildet das Gegenstück zum Grafen. Während der Graf seine Macht nutzt, um andere Menschen zu kontrollieren und zu manipulieren, begegnet Cherubino den Frauen mit ehrlicher Bewunderung, Empathie und Offenheit. Er ist ein Jugendlicher an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Sein Körper entdeckt die Sexualität schneller, als sein Verstand sie begreifen kann. Er erlebt zum ersten Mal Begehren, Verliebtheit und körperliche Anziehung und wird von diesen Gefühlen regelrecht überwältigt. Die Schönheit der Frauen in seiner Umgebung fasziniert ihn. Er verliebt sich ständig, manchmal gleichzeitig, und versteht selbst nicht ganz, was mit ihm geschieht. Gerade deshalb steht im Zentrum unserer Lesart nicht die Komik seiner Verwirrung, sondern ihre Wahrhaftigkeit. Cherubino liebt ehrlich. Seine Gefühle sind ungeordnet, impulsiv und manchmal naiv, aber niemals berechnend. Seine Sexualität ist experimentierend und suchend, nicht besitzergreifend. In einer Welt, die von Machtspielen, Eifersucht und gesellschaftlichen Abhängigkeiten geprägt ist, verkörpert er die Unschuld des ersten Begehrens. Besonders die Arie „Voi che sapete“ wird in unserer Inszenierung zu einem Schlüsselmoment. Hier spricht kein Verführer, sondern ein junger Mensch, der zum ersten Mal versucht, seine Gefühle in Worte zu fassen. Cherubino versteht die Liebe nicht – und genau deshalb berührt er uns. Seine Frage richtet sich an die Frauen um ihn herum, weil er hofft, sie könnten ihm erklären, was mit ihm geschieht.
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Basilio · der Yoga-Coach
Matthew Laszlo von Pokorny
Basilio ist ein etwas in die Jahre gekommener Yoga-Lehrer, der sich geschickt im Umfeld der Reichen und Mächtigen eingerichtet hat. In unserer Inszenierung übernimmt Basilio eine besondere Funktion innerhalb des Machtgefüges des Hauses. Während der Graf seine Affären verfolgt und seine Machtposition ausnutzt, sorgt Basilio dafür, dass die Gräfin beschäftigt und abgelenkt bleibt. Er bietet ihr Yogastunden an, predigt Gelassenheit und innere Balance und versorgt sie zugleich mit neuem Alkohol. Unter dem Deckmantel von Achtsamkeit und Lebenshilfe stabilisiert er damit letztlich jene Strukturen, die das Leid der Gräfin überhaupt erst verursachen. Gerade diese Widersprüchlichkeit macht die Figur für uns so interessant: Basilio gibt sich als spiritueller Begleiter und Vertrauensperson, ist jedoch selbst Teil eines Systems aus Abhängigkeiten und Machtmissbrauch. Er profitiert von den Verhältnissen, die er nach außen hin zu lindern vorgibt. Er erkennt die Ungerechtigkeiten des Systems durchaus, besitzt jedoch weder den Mut noch die innere Freiheit, sich dagegenzustellen. Er rekurriert lieber auf eine Achtsamkeitsrhetorik, die die Probleme mit Palo Santo und Atemübungen bereinigen soll.
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Antonio · der Gärtner
Karl Andrej Beier
Der Gärtner des Anwesens und Vater von Barbarina. Antonio ist einer der wenigen Menschen im Haus, der tatsächlich etwas erschafft. Während die Herrschaften ihre Zeit mit Machtkämpfen, Affären und gesellschaftlichen Rollen verbringen, pflegt er den Garten – einen Ort, an dem Wachstum Geduld verlangt und nichts durch Rang oder Einfluss beschleunigt werden kann. Er verkörpert Bodenständigkeit, Ehrlichkeit und praktische Vernunft. Seine Beobachtungen wirken oft beiläufig, treffen aber den Kern der Verhältnisse. In unserer Inszenierung steht Antonio für jene Menschen, die eine Gesellschaft im Hintergrund tragen, ohne jemals im Mittelpunkt zu stehen.
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Barbarina
Nora Eisenmeier
In unserer Inszenierung ist Barbarina die Tochter des Gärtners Antonio und eine der Liebschaften Cherubinos. Sie liebt ihn aufrichtig und von ganzem Herzen, weiß jedoch zugleich um seine zahlreichen Schwärmereien und Eskapaden. Dadurch bewegt sie sich zwischen Hoffnung, Enttäuschung und jugendlicher Beharrlichkeit. Gerade diese Mischung aus Naivität und emotionaler Ehrlichkeit macht sie zu einer berührenden Figur innerhalb des komplexen Beziehungsgeflechts der Oper. Mozart gelingt es gerade in den kleineren Rollen, ganze Lebenswelten und Charaktere sichtbar werden zu lassen. Ihre Gefühle sind ehrlich und unverstellt, wodurch sie einen wichtigen Kontrast zu den strategischen Intrigen und Machtspielen der übrigen Figuren bildet.
Rollenporträt lesenFotos: Andreas Friedrich
Kreativteam & Produktion
Hinter der Bühne
Die Menschen, die Konzeption, Musik, Gestaltung und Organisation der Produktion möglich machen.

Regie
Josiah Ben Masuhr

Musikalische Leitung
Patrick Tuttle

Produktionsleitung · Dramaturgie
Sinhá Helena Düker

Bühnenbild
Benedikt Hartlieb

Szenografie · Licht
Benedikt Endres

Grafikdesign
Jürgen Stephan

Requisite
Martin Eysoldt

Choreografie
Artur Steigerwaldt

Homepage
Georg Gross

Regie-Team
Patrick Tuttle · Sinhá Helena Düker · Josiah Ben Masuhr
Fotos: Andreas Friedrich
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Le nozze
di Figaro
DEMO · LNDF-230127-A1B2C3
Ermöglicht durch
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Wir danken allen Partnerinnen und Partnern, die diese freie Opernproduktion unterstützen und möglich machen.

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Ritter Sport

feco
23. Januar 2027 · Karlsruhe